bonomarzo.info

Wer erfand die fotografie

Закрыть ... [X]

Montag, 26.02.2018   14:13 Uhr


"Die Armen prügeln sich um die Krümel, die von den Tischen der Reichen fallen." Der Satz ist eigentlich eine Metapher für besondere Ungerechtigkeit. In Deutschland handelt es sich nicht mehr um eine Metapher, sondern um die Beschreibung der Wirklichkeit.

Weil es in der Stadt Essen bei der Ausgabe von Lebensmitteln zu viel Streit mit Migranten gab, . Man weiß nicht, was skandalöser ist: dass der Hunger von Deutschen wichtiger ist als der von Ausländern? Dass die Ärmsten der Armen in einen Konkurrenzkampf untereinander gedrängt werden? Dass ein so reiches Land überhaupt eine Armenspeisung braucht?

Am 23. Februar befasste sich die "Tagesschau" unter anderem mit dem Staatshaushalt des vergangenen Jahres. Unter der Überschrift "Deutschland erzielt Milliarden-Überschuss", hieß es, dass Deutschland einen Rekordüberschuss in Höhe von 36,6 Milliarden Euro erzielt habe. Wegen der guten Konjunktur, der hohen Beschäftigung und der daraus resultierenden hohen Steuereinnahmen. Es sei der vierte Überschuss in Folge. Direkt danach meldete die "Tagesschau", dass die Entscheidung der Essener Tafel, vorerst keine Migranten als Bedürftige mehr aufzunehmen, auf Kritik gestoßen sei.

Diese Kritik ist reine Heuchelei. Der Verantwortliche der Essener Tafel hat eine falsche Entscheidung getroffen. Doch eine Schande ist der Vorgang vor allem für Angela Merkel und die SPD. Merkel ist mit ihrer Flüchtlingspolitik gescheitert und die SPD mit ihrer Sozialpolitik.

Da steht also in Essen dieser Tafel-Chef und versucht, die Folgen dieser verfehlten Politik aufzufangen. Das hinterlässt Spuren in seiner Sprache. Syrer und Russlanddeutsche hätten ein "Nehmer-Gen", hat er dem SPIEGEL gesagt, es fehle an einer "Anstellkultur". Solche Worte sorgen für Empörung in den vornehmen Büros. , geschäftsführende Sozialministerin der SPD, hat gleich geschimpft, die Entscheidung des Tafelbetreibers fördere Vorurteile und Ausgrenzung.

SPD-Politiker sollten bei diesem Thema besser schweigen

Nun trägt die SPD - mit einer Unterbrechung von vier Jahren - seit bald 20 Jahren Regierungsverantwortung in Deutschland. In dieser Zeit ist die Zahl der Tafeln von 220 auf 934 gestiegen. Sie unterstützen regelmäßig etwa 1,5 Millionen Menschen. Warum? Weil die staatlichen Leistungen für viele Arbeitslose, Rentner und Flüchtlinge nicht ausreichen. Die SPD ist schuldig. Sie erfand erst die Agenda-Politik und besetzte dann jahrelang das Sozial- und Arbeitsministerium. SPD-Politiker sollten bei diesem Thema besser schweigen.

Schweigen sollte auch Angela Merkel - aber die redet ja ohnehin wenig.

Ihre Flüchtlingspolitik war eine Katastrophe. Wer zulässt, dass die Menschen ins Land kommen, der muss sich dann auch ausreichend um sie kümmern, sie kleiden, sie ernähren, ihnen eine Zukunft eröffnen, entweder durch Integration in Deutschland oder durch möglichst schnelle Rückführung in ihre Herkunftsländer. Merkels Regierung versagt sowohl bei der Versorgung als auch bei der Integration als auch bei der Rückführung. Und wenn in Berlin die Politik versagt, rangeln an der Tafel in Essen die Ärmsten der Armen um einen Teller Suppe.

Die Links-Politikerin hatte recht, als sie im Radio die Empörung dahin lenkte, wo sie hingehört: weg von den überforderten Freiwilligen der Essener Tafel, hin zu den überforderten Politikern in Berlin. Wie kann es sein, fragte Wagenknecht, "dass überhaupt in einem Land, was so reich ist wie Deutschland, ein Streit darüber entbrennen kann, wer Zugang zu abgelaufenen Lebensmitteln hat".

ANZEIGE

In dieser Woche...
  • ...berichtet "der Freitag" unter anderem über folgende Themen:

  • Deutschland sucht den Super Migranten Einwanderungsgesetz - was jetzt auf uns zukommt

    Klima Die Gutmenschen blockieren die Grube, die Arbeiter verlieren ihre Jobs? Erste Gewerkschafter knacken den Widerspruch
    Lesekultur Die Literatur stirbt. Niemand will mehr lesen. Wir haben gefragt, ob das stimmt
    Nato Feinde schaffen mit noch mehr Waffen: Das Bündnis tut, was Trump sich wünscht

Wagenknecht redete in diesem Interview viel über zu niedrige Renten und Löhne und über den elenden Konkurrenzdruck, in den eine verfehlte Politik die Ausgegrenzten treibe. Aber ihre Interviewerin wollte sich lieber über den vermeintlichen Rassismus der Essener Entscheidung empören. Das war interessant.

Denn diese Empörung hat etwas Unpolitisches. Sie ist eine Ausweichbewegung. Eine Ablenkung. So wie auch die öffentliche Empörung über den tatsächlichen Rassismus der zu einer Ablenkung zu werden droht. Denn wir machen es mit dem Rassismus der AfD ja nicht anders als mit dem Terrorismus der Islamisten: Wir grenzen uns ab, wir haben damit nichts zu schaffen, und vor allem, wir sind dafür nicht verantwortlich.

Dazu passt eine neue Zeitgeistanalyse, nach der die Teilung der politischen Lager in links und rechts ein Phänomen der Vergangenheit sei. Die neuen Trennungslinien verliefen zwischen "global" und "national" oder "liberal" und "autoritär". In einem gloriosen Welterklärungstext beschrieb die "Zeit" neulich diese "neue, mächtige Bruchlinie", die sich ins politische System schiebe: "Der Konflikt zwischen dem Globalen, lebensweltlich Pluralen, Kosmopolitischen auf der einen Seite und dem Nationalen, Begrenzten, Gemeinschaftsorientierten verläuft quer durch die Parteien."

Verteilungskonflikt zwischen den Oberen und den Unteren

Der Vorteil dieser Analyse liegt auf der Hand: Wer gegen den (Neo-)Liberalismus aufsteht, hegt automatisch Sympathien fürs Autoritäre. So sichert man auch intellektuell die Besitzverhältnisse. Denn in dem Maße, in dem sich auch die Wohlmeinenden vom Ziel einer gerechten Gesellschaft verabschieden - zu teuer, zu anstrengend und überhaupt - wächst ihr Bedürfnis nach Rechtfertigung für ihre soziale Apathie.

Aber die gerechten Steuergesetze oder die Regeln für eine durchlässige Gesellschaft oder auch nur die Verhältnisse an der Essener Tafel haben nichts mit einem angeblich neuen Konflikt zwischen national (böse) und global (gut) zu tun und alles mit dem Macht- und Verteilungskonflikt zwischen den Oberen und den Unteren.

Der kluge Journalist Robert Misik hat gerade geschrieben, was fehlt: "Eine Koalition von Engagierten aus verschiedenen sozialen Milieus, von Menschen, die unterschiedliche Lebensarten pflegen, aber doch das Bewusstsein haben, gemeinsam an einem Strang zu ziehen."

Dieses Gerede von der neuen Trennungslinie, zwischen Global und National, verhindert eine solche Koalition. Das ist auch sein Zweck.

Im Video: Armut in Halle-Neustadt





ШОКИРУЮЩИЕ НОВОСТИ



Related News


Bryan allen photography florida
Ideas to put photos on wall
All god photos hd free download
Employment agencies for photographers
Photos of fall outdoor decorating
Decorating living room with family photos
Photographers in adrian mi